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Gesprächstherapie
Die Gesprächstherapie (auch nicht-direktive oder klientenzentrierte Therapie) wurde von Carl Rogers entwickelt. Dieser Ansatz versucht nicht, zu diagnostizieren, zu interpretieren oder den Patienten zu irgendetwas zu “überreden”, sondern hat zum Ziel, Wärme, Einfühlung und Verständnis aufzubauen. So kann der Patient (bei Rogers häufig “Klient” genannt) Einsicht in seine Persönlichkeit und sein Selbst gewinnen. Es wird ihm auf diese Weise die Möglichkeit gegeben, eigene Ressourcen zur Problemlösug zu aktivieren.
Der Therapeut betont stets, daß der Klient trotz seiner in der Gesellschaft ais pathologisch bezeichneten Symptomatik ein Individuum von uneingeschränktem Selbstwert darstellt (der Begriff der Pathologie existiert in der Gesprächstherapie nicht). Er spiegelt die Gedanken und Aussagen des Patienten teilweise unmittelbar und teilweise mit anderen Worten, um diesen in die Lage zu versetzen, die komplexen Zusammenhänge seines eigenen Verhaltens und seiner Gedankengänge zu verstehen.
Die Gesprächstherapie ist die Basis vieler gruppentherapeutischen Techniken und der schon vor längerer Zeit in Amerika aufgekommenen “T-Groups”.
Carl Rogers fand 1957 drei wichtige Therapeutenvariablen für den Therapieerfolg:
1.) positive Wertschätzung und emotionale Wärme ((non-possessive warmth), 2.) emphatisches Verstehen des Klienten und die Vermittlung dieses Verstehens an den Klienten, 3.) Kongruenz (Echtheit und Ehrlichkeit des Therapeuten).
Wissenschaftliche Untersuchungen haben die Wichtigkeit dieser Faktoren für alle Psychotherapieformen belegt.
Die Gesprächs-Psychotherapie ermöglicht es dem Patienten, in einer Atmosphäre von Akzeptanz und Verständnis Einsicht in seine Probleme zu gewinnen und eigene Lösungen zur Problembewältigung zu entwickeln, ohne strikten Direktiven des Therapeuten zu folgen.
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